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28. Berufsbildungs-Forum in Düsseldorf

15.04.2010

Die Zukunft hat schon begonnen


Dass die Zukunft schon begonnen hat, merkten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 28. Berufsbildungs-Forums der Mediadidact spätestens im RFID-Labor der Metro, das sie am Morgen des zweiten Veranstaltungstages besichtigen konnten. Science-fiction-Literatur Wirklichkeit geworden, mit den über RFID-Chip gesteuerten sich selbst in die Kommmissionierung für unterschiedliche Häuser einweisenden Kleidungsstücken. Und auch, dass mal etwas nicht funktionierte, passte, wir kennen das alle von unsern Computern und Laptops.

Die schöne neue IT-Welt und ihre Auswirkungen auf die Ausbildung, das war das Kernthema der diesjährigen Veranstaltung, die im Metro Trainingszentrum in Düsseldorf stattfand. Nach Vorträgen über die Handelslandschaft heute (von Michael Schellenberger, Geschäftsführer des deutschen Fachverlages) und die Ausbildung bei Metro (von Olaf Stieper, Leiter Aus- und Weiterbildung der Metro AG) setzte sich der Key-Note Speaker, Professor Dr. Egon Stephan vom Psychologischen Institut der Universität Köln damit auseinander, welche Entscheidungshilfe psychologische Tests bei der Einstellung und bei der Berufswahl sein können. Kann man aufgrund eines bestimmten Tests wirklich sagen, ob jemand sich für eher öde Arbeiten eignet oder in abwechslungsreichen Aufgaben besser eingesetzt wäre? Diese und ähnliche Fragen hätten ruhig etwas kontroverser diskutiert werden können. Klar wurde jedenfalls: Psychologische Tests sind hilfreich, blind vertrauen kann man ihnen nicht, auch hier sind Fehler möglich.

Ein Länder übergreifendes, gesamteuropäisch einsetzbares IT-basiertes Ausbildungsprogramm ist „Euro Commerce Competence“, das die Metro nutzt. Stefan Noppenberger, präsentierte es. Ganz nah an den betrieblichen Alltag führt das E-Learning Programm für Kassenkräfte, das, in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Spirituosenindustrie entwickelt, bei REWE zur Alkoholprävention eingesetzt wird. Wilma Havemann berichtete über die Anwendung bei Penny. Ganz ohne Elektronik kommt eine sehr hilfreiche, einfach wie eine Parkuhr einzustellende Wählscheibe aus, die auf einen Blick verrät, welche Produkte junge Käufer nach Vorzeigen des Ausweises erwerben dürfen und welche nicht. Herrmann Wittrup, Ratio Handel AG, brachte dieses Instrument in die Diskussion ein – Gutes ist oft so einfach.

Handels-Fachleute informieren sich gern darüber, wie vorbildliche Märkte geführt werden. Ein Store-Check im EDEKA Zurheide zeigte einen glänzend ausgestatteten Markt und – vor allem – hoch motiviertes und kompetentes Personal, das man so nur durch eigenes Engagement und Vor-Leben bekommt. Die köstlichen Speisen und Getränke mundeten allen.

Nach dem Besuch der RFID-Labors konnten sich die Ausbilderinnen und Ausbilder am zweiten Veranstaltungstag davon überzeugen, dass auch für die Mediadidact die Zukunft schon längst begonnen hat. Den virtuellen Supermarkt, den Oliver Peik, präsentierte, werden Auszubildende im Handel ab Juli zum spielerischen Lernen (game-based Learning) nutzen können – selbstverständlich kostenlos, denn wie die Markenlehrbriefe stellt auch dieses Programm mit Unterstützung der Nahrungsmittelindustrie dem Handel Informationen ohne Entgelt zur Verfügung.

In der Diskussion über den Einsatz moderner Technologie für die Ausbildung zeigte sich, dass der Handel Instrumente wie Communities, Twitter, Blogs, all die sogenannten „Social Media“ noch ziemlich zurückhaltend nutzt. Hier wird sich in Zukunft zweifellos einiges verändern. Hier finden Sie eine Studie, die den Einsatz von "Social Media" im Personalwesen abbildet.

Direkt in die Gegenwart des Handelslebens führten Merle Meineke und Claudia Eisert, zwei erfrischende junge Damen von EDEKA Martens in Bad Schwartau. Sie stellten sich als „Macherinnen“ vor, die über eine Sendung bei Pro7 drei potenziellen Azubis die Chance gaben, sich vor laufender Kamera zu bewähren – zwei davon haben sie dann eingestellt. Mit solchen Einzelhändlerinnen aus Leib und Seele braucht die Branche weder um ihr Image noch um Bewerbungen von Nachwuchskräften zu fürchten.

Wieder zwei mit Information und Austausch, Lernen und Gespräch gefüllte Tage, von denen alle mit Anregungen und Erkenntnissen in ihre Unternehmen zurückkommen. Wie es ein Teilnehmer mit leichtem Augenzwinkern ins Gästebuch schrieb:
„Fazit: Das nehmen wir mit! Das bringt uns weiter! Super!“

Auf Wiedersehen beim Berufsbildungs-Forum 2011!

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